02.05.2016

Ein Pionier wird 75

Dr. h. c. Peter Jentschura feiert Geburtstag

Dass Dr. h. c. Peter Jentschura kein gewöhnlicher Mensch ist, zeigen bereits die Eckdaten seiner Biografie. Doch nur, wer ihn in seinem Element erlebt, weiß, was das Ungewöhnliche bei ihm tatsächlich ausmacht: Er ist ein Visionär und überzeugt von allem, was er tut und empfiehlt. Und schließlich hat er recht behalten. Sein langjähriger Forschungsschwerpunkt wurde anfangs manchmal belächelt. Heute befassen sich auch renommierte Schulmediziner und anerkannte Wissenschaftler mit seinem Thema, dem Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Organismus.

Der Tradition verbunden

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass Peter Jentschura das heutige Traditionsunternehmen gründete, denn er ist bereits mit natürlichen Heilmethoden groß geworden. Schon seine Eltern betrieben in den 1930er-Jahren in Schlesien eine Drogerie und beschäftigten sich mit dem Wissen um Tees, Kräuter, Pflanzen und Körperpflegeprodukte. Nachdem sein Vater Helmut 1942 im Alter von nur 27 Jahren im Zweiten Weltkrieg starb, fand der Rest der Familie bald in Münster eine neue Heimat.

Die erste Drogerie entstand im Herzen der Stadt, in der Staufenstraße, auf die später weitere Filialen folgten. Peter Jentschuras Mutter Margarete ist heute übrigens als dienstälteste Drogistin Deutschlands bekannt, da sie noch mit ihren 103 Jahren (sie hatte am 5. April Geburtstag) bis vor Kurzem täglich einige Stunden in ihrer Drogerie in Münster-Albachten tätig war. Und eins sieht man sofort: Das alte Kräuterwissen funktioniert auch eine Generation später. Wenn Peter Jentschura mit seinem erhabenen Gang, vollem Haar und sprudelnd vor Energie einen Raum betritt, käme niemand auf die Idee, dass er das gesetzliche Rentenalter bereits zehn Jahre überschritten hat.

Und so verschwendet der Seniorchef trotz seines 75. Geburtstags keinen Gedanken an den Ruhestand, sondern steckt weiter voller Visionen. Trotz allen Interesses an der Natur und dem Drogistentum begann Peter Jentschura nach dem Abitur zunächst eine Lehre zum Industriekaufmann bei dem bekannten Hersteller hochwertiger Fenster und Türtechnik Winkhaus, bevor er in die Fußstapfen seiner Eltern trat und eine Ausbildung zum Drogisten absolvierte. Eine gleich doppelt goldrichtige Entscheidung, wie sich später zeigte: Für die spätere Firmengründung war kaufmännisches Wissen sicher hilfreich. Viel wichtiger für den jungen Jentschura war jedoch, dass er dort seine Frau Gertrud kennenlernte. Die beiden sind mittlerweile seit 50 Jahren verheiratet, haben gemeinsam fünf Kinder großgezogen und erfreuen sich heute an mittlerweile sechs Enkelkindern.

Der Naturforscher und Autor

Drogist plus kaufmännische Lehre – eine solide Basis. Gleich mehrere Drogerien gehörten der Familie zumindest bis zum großen Drogeriensterben ab Ende der 1970er-Jahre. Außerdem war Peter Jentschura als Vorsitzender des Drogistenverbands Westfalen und Lippe e.V. äußerst engagiert. Doch dem Tausendsassa reichte das auf Dauer nicht. 1982 begann er nebenbei mit naturwissenschaftlichen Forschungen zum Thema Stoffwechsel mit den Schwerpunkten Verschlackung, Entschlackung und Regeneration im Zusammenhang mit dem Säure-Basen-Haushalt. Damit legte er den Grundstein für die Hauptprodukte der Jenschura International GmbH, die er 1993 zusammen mit seiner Mutter und seinem Sohn Robert gründete. Sohn Robert betreibt mittlerweile die Drogerie, während heute Sohn Roland, Ökonom Matthias Buß und natürlich Dr. h. c. Peter Jentschura selbst die Geschäftsführung des mittelständigen Unternehmens mit rund 100 Mitarbeitern innehaben.

Bereits 1982 gründete Peter Jentschura zudem seinen Gesundheitsverlag und gab regelmäßig eine Fachzeitschrift für Drogisten heraus. „Umsatz“ lautete der Titel der beliebten Postille. Später, 1998, erschien sein Werk „Gesundheit durch Entschlackung“, 2004 folgte „zivilisatoselos leben“. Beide Werke, die er gemeinsam mit seinem Forscherkollegen und langjährigen Weggefährten Josef Lohkämper verfasst hat, sind mittlerweile Bestseller. Das Erstlingswerk mit einer Gesamtauflage von rund 250.000 Exemplaren ist sogar in zwölf Sprachen erhältlich. Das jüngste Werk der beiden Koryphäen, „Die Pflanze, unsere Lehrmeisterin“, ist im vergangenen Jahr erschienen und beschäftigt sich mit Heilkräutern und deren Wirkungsweisen.

Lebenswerk gewürdigt

2007 würdigte die Akademie für Naturwissenschaften in Moskau das Lebenswerk von Peter Jentschura mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde im Fachbereich Biomedizin. Ehre, wem Ehre gebührt, heißt es auch am Montag. Denn so intensiv sich Dr. h. c. Peter Jentschura bei seinen Forschungen auf die Natur konzentrieren kann, zieht sich auch eine ganz menschliche Attitüde wie ein roter Faden durch sein Leben: Ob als Lehrling, Drogist oder Firmenchef – Zeit für persönliche Gespräche stehen für ihn an oberster Stelle. Der bald 75-Jährige liebt den Kontakt zu Menschen – das ausführliche Gespräch, sich Zeit lassen für die Interessen und Belange der Kunden und der Mitarbeiter – früher wie heute ist das eine Selbstverständlichkeit für ihn.

Der Naturforscher und Gesundheits-Experte hat es geschafft, seinen Weg in genau die Richtung zu lenken, die seinem Naturell und seinen Begabungen entspricht. Er ist ein echter Pionier und fast jeder Münsteraner kennt die Jentschura GmbH als alteingesessenes mittelständisches Unternehmen im Gesundheitsbereich. Doch längst nicht alle kennen den Firmengründer aus engem persönlichen Kontakt. Wer ihn erlebt, der weiß: Statt vor lauter Arbeit zu vereinsamen, zieht er mit seiner Energie sein gesamtes Umfeld mit. Nicht nur seine Familie, sondern auch zahlreiche zufriedene Kunden und all seine Mitarbeiter.

Alle Mitarbeiter gratulieren – persönlich, herzlich und mit einem kleinen Plausch. Eben genau so, wie der Seniorchef sonst auf sie zukommt.